Typische Fehler bei der Unternehmensgründung

2009 ist sowohl die Zahl der Neugründungen überraschend stark angestiegen, als auch die Zahl der Insolvenzen. Im Februar 2010 gab es laut statistischem Bundesamt 6,9% mehr Insolvenzen als im Februar 2009. Viele unterschätzen bei einer Unternehmensgründung die harte Arbeit und die Risiken, die eine Selbstständigkeit mit sich bringt und verkennen die Hürden, die man überwinden muss, um sich auf einem Markt zu etablieren.

Jeder, der sich für eine Selbstständigkeit entscheidet, wird irgendwann Fehler machen. Den Unterschied wird man im Endeffekt daran festmachen, ob man die erste Zeit besteht und dauerhaft erfolgreich sein wird. Man kann einige typische Anfängerfehler vermeiden, indem man nicht nur aus den eigenen Fehlern lernt, sondern auch aus den Fehlern anderer:

Orientierungslosigkeit

Man verläuft sich schnell in unwichtige Kleinigkeiten und Sackgassen, wenn man keine klaren Zielvorstellungen hat. Man sollte sich stets einen detaillierten Überblick über seine Ziele und deren Umsetzung machen, bevor man mit einer Unternehmensgründung beginnt. Ein Business Plan hilft, sich auf seine Ziele zu konzentrieren, sich nicht von Unwichtigem ablenken zu lassen und ist in der Gründungsphase das wichtigste Werbemittel, mit dem man eventuelle Kunden oder auch Investoren überzeugen muss.

Auch mit dem besten Konzept kann man vor lauter Euphorie schnell vergessen, dass man nicht sofort mit einem großen Plus am Ende des Monats rechnen sollte. Man muss sich genau darüber im klaren sein, wie viel Umsatz realistisch ist, wie hoch die Kosten sind und wie die Differenzen bezahlt werden. Ohne eigene Ansparung und ohne Aussicht auf Fördermittel die Selbstständigkeit in Angriff zu nehmen, kann den Traum vom selbstbestimmten Unternehmen schnell platzen lassen.

Überbewertung der eigenen Fähigkeiten

Bei der Unternehmensgründung fällt sehr viel Arbeit und viele Zerreißproben für die Nerven an. Deswegen sollte man sich vor allem in Sachen Qualifikationen im Beruf,  unternehmerisches Geschick, Ausdauer und Hartnäckigkeit nicht selbst überschätzen. Man sollte sich in der Branche, in der man eine Unternehmensgründung wagt, auskennen. Technische Expertise, Kenntnisse von neuen Entwicklungen, Trends, Produkten und Fortbildungen sind daher unverzichtbar.

Fehlinterpretation der Marktanalyse

Man muss auf der einen Seite überzeugt sein von seinem Portfolio und auf der anderen Seite sollte man sich immer fragen: Ist das übertragbar? Ist der Markt bereit für die Idee? Ist die Geschäftsidee zukunftsträchtig? Welche Zielgruppen fokussiert man und wie viel Absatz erwartet man. Besteht überhaupt Bedarf für ein Produkt oder eine Dienstleistung? Ist diese Tendenz ansteigend oder abfallend?

Unnötige Ausgaben

Bei einer Unternehmensgründung sollte man die Kosten möglichst gering halten und große Ausgaben sollten gemieden werden. Unnötige Ausgaben wie zu viele Angestellte, zu große Büroräume, zu teures Mobiliar treiben die Kosten grundlos in die Höhe. Wenn man noch nicht ahnen kann, wie sich ein Unternehmen auf dem Markt etablieren wird, sollten feste Bindungen an einen Standort oder Mitarbeiter möglichst vermieden werden.

An den falschen Stellen sparen

Sich bei einer Unternehmensgründung umfassende Beratung in allen Bereichen zu holen, darf schon etwas kosten. Die Qualität der Beantwortung rechtlicher Fragen sollte nicht unter einem zu knapp bemessenem Budget leiden. Deswegen ist ein guter Rechtsanwalt unverzichtbar für eine Unternehmensgründung, z.B. um Verträge zu prüfen oder um über die Rechtsform des Unternehmens zu beraten. Genauso ist es bei der Steuerberatung oder der Buchführung, denn zu einem späteren Zeitpunkt können sich falsche Entscheidungen rächen.

Lino Richter, www.twago.de.

Kategorie: Allgemeines


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